06DER MENSCH AN DEINER SEITE
Ich kenne den Druck,
alles richtig machen
zu wollen.
Als Vater, Partner und Selbstständiger wollte ich möglichst perfekt sein. Dabei lud ich mir immer mehr Druck auf. Mein eigenes Business baue ich seit fünf Jahren auf. Auch heute gestalte ich immer wieder bewusst, wie meine Arbeit und das Vatersein zusammenpassen.
Ich merke auch heute manchmal, dass ich körperlich bei meinem Sohn bin, während meine Aufmerksamkeit noch bei der Arbeit hängt. Ich höre mit einem Ohr zu, bekomme manches nur nebenbei mit – und plötzlich ist der Tag vorbei.
Dann merke ich, wie mein Sohn versucht, meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Er möchte von mir gesehen werden. Das tut mir weh, weil ich ihm meine Nähe schenken möchte und spüre, wie wenig ich gerade von unserer gemeinsamen Zeit mitbekommen habe.
Deshalb richte ich bewusst Zeiten ein, in denen das Handy wegbleibt, keine Termine stattfinden und der Kundenkontakt Pause hat. Dabei habe ich gelernt, genauer hinzuschauen: Welche Gedanken und Gefühle tauchen auf, wenn ich meine Arbeit ruhen lasse?
Bei mir waren das oft Ängste. Einen Kunden nicht zu gewinnen. Jemand könnte mit meiner Arbeit unzufrieden sein. Oder das Gefühl, dass mein Einsatz am Ende einfach nicht reicht.
Diese Ängste zu erkennen hilft mir, bewusster mit ihnen umzugehen. Ich übe, wahrzunehmen, was bereits gut ist und was mir Zufriedenheit gibt. So gelingt es mir zunehmend, meinem Sohn mit voller Aufmerksamkeit zuzuhören, mit ihm Lego zu bauen oder eine Radtour zu machen.
Solche Tage erfüllen mich. Abends lege ich mich mit einem Lächeln neben ihn, weil ich unsere gemeinsame Zeit wirklich erlebt habe.
Diese Erfahrung prägt mein Coaching. Wenn wir daran arbeiten, dass du beruflich Verantwortung tragen und zugleich präsent Vater sein kannst, schauen wir auch auf das, was innerlich passiert, sobald du dir diesen Raum tatsächlich nimmst.